2025 tarifsuisse ag

Die tarifsuisse ag (ab 2026 santéservices ag) engagiert sich in den Geschäftsbereichen Leistungseinkauf und Leistungs-management.


Seit dem 1. Januar 2026 kommt der neue ambulante Arzttarif bestehend aus dem ärztlichen Einzelleistungstarif TARDOC und ambulanten Pauschalen für bestimmte spezialärztliche Eingriffe zur Anwendung. Nachdem der Bundesrat die neuen ambulanten Tarife erst am 30. April 2025 genehmigt hatte, mussten die Vorbereitungsarbeiten (z. B. nationale Musterverträge für Spitalambulatorien und freie Arztpraxen) sowie die Verhandlungen in den Kantonen unter grossem Zeitdruck durchgeführt werden. Daneben konnten Taxpunktwertverhandlungen in mehreren Kantonen erfolgreich abgeschlossen werden. Im Kanton Aargau kam es zur ersten Einigung mit dem Aargauischen Ärzteverband seit 2013!

Leistungseinkauf ambulant und stationär
Im Auftrag der Kunden kümmert sich tarifsuisse bzw. neu santéservices um den Leistungseinkauf im gesamten KVG-Bereich. Die Verhandlungsleiter in den vier Regionen Ost, Mitte, West und Tessin stehen mit Leistungserbringern aus allen Bereichen des Gesundheitswesens in Kontakt.

2025 verhandelte die Gesellschaft der santésuisse-Gruppe rund 300 auslaufende und gekündigte Verträge neu. Dabei wurden Verhandlungsresultate zu einem effizienten und wirtschaftlichen Preis angestrebt, wie dies das KVG vorsieht. Trotz schwierigen Voraussetzungen und hohen Preisforderungen der Leistungserbringer konnten 2025 zahlreiche Abschlüsse erzielt werden. Viele Verhandlungsgegenstände können erst im Jahr 2026 abgeschlossen werden können.

Neuer Apothekenvertrag mit pharmaSuisse
Mehrere Jahre wurde der alte Vertrag zur Abgeltung der Leis-tungen von Apothekerinnen und Apothekern verlängert. Ende 2025 konnte nun ein neuer Vertrag ausgehandelt werden, der per 1. Januar 2026 in Kraft getreten ist. Er regelt insbesondere die Abgeltung der Beratungsleistungen, die von Apothekerinnen und Apothekern bei der Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente erbracht werden, neu. Dies im Zusammenspiel mit der neuen Tarifstruktur LOA V.

tarifcontrolling für alle Krankenversicherer
Im Rahmen des tarifcontrollings identifizieren die Spezialistinnen und Spezialisten von tarifsuisse bzw. santéservices Unre-gelmässigkeiten in den Abrechnungen von Leistungserbringenden (z. B. Spitäler, Therapeuten, Ärztinnen). Die Basis zur Erkennung überhöhter oder falscher Rechnungen bilden unter anderem komplexe Datenanalysen.

Schwerpunkt der Betrachtungen im Bereich tarifcontrolling ist – anders als bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung – nicht die statistische Auffälligkeit über das Total der abgerechneten Leistungen, sondern die Art der Tarifanwendung. tarifsuisse bzw. neu santéservices wird von den Krankenversicherern direkt zur Durchführung mandatiert. Erfreulicherweise wurde die Gesellschaft im Jahr 2025 erstmals von allen Schweizer Krankenversicherern im Bereich tarifcontrolling mandatiert und konnte damit die ganze Branche vertreten. Nicht zuletzt gelang es im 2025, das beste Ergebnis seit Gründung der Geschäftseinheit tarifcontrolling zu erreichen.

Wirtschaftlichkeitsprüfung
Die Wirtschaftlichkeitsprüfung wird im Mandat von santésuisse und auf der Basis einer genau definierten, mit den Leistungserbringerverbänden vereinbarten Methode, vorgenommen. Sie ist ein wichtiges Instrument zur Sicherstellung der Kosteneffizienz von medizinischen Leistungen, die zu Lasten der Grundversicherung abgerechnet werden.

Aus abgeschlossenen Vergleichen und Gerichtsverfahren konnten wiederum erhebliche Beiträge zurückgefordert werden, welche durch die Leistungserbringer zu Unrecht verrechnet wurden. Dies ist umso erfreulicher, als die geänderte Rechtsprechung des Bundesgerichts im Geschäftsjahr 2025 grös-sere Herausforderungen mit sich brachte.

schliessen remove_circle_outline

>300

neu zu verhandelnde Gegenstände für das Tarifjahr 2026

>200

laufende Rechtsverfahren in den Bereichen tarifcontrolling und Wirtschaftlichkeitsprüfungen

>1000

abgeschlossene bzw. bewirtschaftete Tarifverträge